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"Mercy, Mercy, Mercy"
"Diesen Sommer habe ich festgestellt, dass es wahrscheinlich notwendig war,
an jene Grenzen zu stoßen, um mich innerhalb dieser wieder freier im eigentlichen
Medium zu bewegen. Das Element Wasser um mich war mir sehr behilflich dabei,
um mich freizuschwimmen sozusagen." Andreas Roseneder verbringt diesen
Sommer viel Zeit am Neusiedlersee. Während dieser intensiven Arbeitsphase
hört er im Radio den Song "Mercy, Mercy, Mercy" und vom Tod des großen
Jazzmusikers Joe Zawinul. Das regt Roseneder zu einer direkten Umsetzung
der Musik Joe Zawinuls in der Naturlandschaft des Neusiedlersees an. Dabei
entstehen Aquarelle voll Poesie und starker Farbintensität. Ein bildhafter
Tribute an den großen Musiker. Jazzige Töne, die auf eine sanfte, leicht
lyrische Grundstimmung treffen; eine expressionistische Wucht mit malerischer
Sensibilität im Dialog. Für Rosenederist es eine neue Initialzündung in
seiner malerischen Entwicklung. Er schleudert grafische Fährten auf die
rauchig erdigen Farbebenen, mit sonorem Bass im Hintergrund und voller
Elan. Eine Zelebrierung der Geste, ein Hymnus auf die Sehnsucht nach gestischer
Malerei und gestalterischem Erfindungsdrang. Saftige Materialschlachten,
klangvoll, volltönend und von einer katalysatorischen Kraft....
Dr. Bernhard Dobrowsky, Kunstkritiker, 28.10.07 in EKZ
"Unser Flugplatz in Trausdorf hat eine Landebahn, mehrere
Hangars, einen Windsack, ein Landekreuz, eine Tankstelle, einen Kontrollturm
und eine Kantine. Er hat alles, was einen Flugplatz ausmacht und ist doch
nur eine Chimäre. Er hat keine Lizenz.
Wo früher das Knattern der Motoren zu hören war, bläht heute die Stille den
Windsack auf. Es ist eine turbulente Stille, wie sie nur von grossen, ebenen
Flächen aufsteigen kann.
Es ist kein Zufall, dass sich Andreas Roseneder im Auge dieses Taifuns der
Lautlosigkeit niedergelassen hat. Der Turm ist sein Arbeitsplatz. Hier, mit
dieser rauschenden Stille in den Ohren und einem Licht, wie es sich nur auf
Flugplätzen zu manifestieren vermag, ist er mit seinen Farben auf der
Suche nach einer Chimäre: nach der Wahrheit. Seine Bilder sind die unzähligen
Stationen eines Kreuzweges, dessen Ende nicht abzusehen ist.
Wer die Bilder Roseneders richtig sehen kann, der kann sie früher oder später
auch hören. Daran sollten sie denken, wenn sie die Bilder anschauen.
Auf
Wiederhören!
Thaddäus Podgorski, eh. ORF-Direktor
Andreas Roseneder verlässt immer wieder die traditionellen
Möglichkeiten der Malerei, entwickelt Rauminstallationen, in denen er auch
die Entstehung seiner Bilder dokumentiert. In der Performance "The painter,
the image & the dance", aufgeführt 1999 vor Roseneder's Atelier "Der Turm",
sind moderner Ausdruckstanz, spontanes grafisches Festhalten der Bewegungen,
digitale Fotografie und Videodokumentation in ein neues künstlerisches Spannungsfeld
geraten.
Dr. Günter Unger, Kunstkritiker & Autor
„Ich habe die Botschaft verstanden.“
† Kardinal
Dr. Hans Hermann Groer
„…schwer zu verstehen, schön zu betrachten…“
† Thomas
Vlassits, Kulturjournalist
„…Künstler wie Andreas Roseneder hingegen
neigen zu umfangreichen Formaten. Sie streben nicht nach innen, sondern aus
sich heraus. Sie wollen ihrem wogenden Inneren Raum geben & schweifende
Freiheit gewähren über
die eigenen & jene anderen Grenzen hinaus, die das allgemeine Wohlverhalten
ihnen setzt…“
In den Arbeiten von Andreas Roseneder ... meine ich, eine besondere Art von
Gestikulation zu erkennen, ... einer Zeichensprache, die spontan, die unkontrolliert
aus dem sich Mitteilenden hervorbricht. Spannungen sollen sich entladen, ein
inneres Bewegtsein will sich äußern, treibt Ungeduld in den Körper, die Arme,
in die Hände hinein, schreibt Zeichen in den Raum, denen die solcherart Sprechenden
keinerlei Aufmerksamkeit zuwenden. Sie lassen sie einfach geschehen, es wären
denn von ihnen beabsichtigte und gestaltete Gebärden ... Gestikulation ist
der Ausdruck einer inneren Wahrhaftigkeit, weil sie sich aus unbewussten Tiefen
erhebt, weil der Wille unseres Verstandes nicht über sie gebieten kann.
Andreas Roseneder kommt um die Dinge, die seine Welt um ihn ausbreitet, und
um jene, die aus seinen Vergangenheiten in ihm aufsteigen, nicht herum. Er
begreift ihren archetypischen Untergrund, von dem er betroffen ist. Episodische
Begegnungen, Beiläufigkeiten können eine nachhaltige Bedeutung für ihn erlangen
und zu eindringlichen Symbolen werden... Seine Bilder sind Zeugnisse eines
ungemein aufnahmebereiten, intensiven Lebens voll tiefinnerlicher Vorgänge
und mit einer ungewöhnlichen Offenheit für die Geheimnisse hinter den Erscheinungen
..."
† Klaus
Basset, bildender Künstler
„Von bildbeschirmter Ungeduld mit Grau(en): …einige
(Bilder) wirken wie harmlose „Landschaften“, Ausbrüche im
Gestus der Farbe & dann wieder sehr beruhigt, aber die meisten enthalten
doch einen provokativen „Stachel“…
Renate
Freyeisen, Main-Echo
„…zerstört die „crisis“ die
uns allen so notwendige Poesie?
Hilft die Poesie, Krisen zu bestehen?
Welchen Einfluss hat die Kunst, die Poesie überhaupt noch?
Was ist unser aller Sehnsucht nach Harmonie & einer freundlichen Welt
noch wert in einer Zeit der zunehmenden Gewalt & Brutalität?
Betrachten Sie die Bilder genau, finden Sie immer wieder Gesichter übermalt,
verdeckt, zertreten & niedergewalzt von Rad- & Fußspuren, die
erinnern an die harten Schritte von Leuten, die uns aus einer schwarz-braunen
Zeit noch allzu bekannt sind.
Rücksichtslos führen sie g e g e n unsere poetisch-freundliche
Sehgewohnheit von rechts unten nach links oben über das Blatt. Andreas
Roseneder will aufrufen & mahnen. Er zeigt die Zerstörung des ICH,
des Menschlichen & er mahnt gleichzeitig, es zu bewahren.“
Galerie
Treptow, Berlin